Äthiopien ist die Heimat der Arabica-Pflanze. Yirgacheffe, Sidamo und Guji liefern blumige, zitrusfrische Kaffees aus Waldgärten in 1.700 bis 2.200 Metern Höhe. Erntezeit, Aufbereitung, Aromen und Varietäten im Porträt.
Geschmacksprofil
Typische Noten
BergamotteJasminBlaubeereZitroneSchwarzer Tee
Erntezeit
Nirgendwo wächst Kaffee so, wie er ursprünglich wuchs: als Unterholz in Bergwäldern, ohne Reihen, ohne Dünger, zwischen Ensete-Stauden und Schattenbäumen. Äthiopien hat mehrere tausend wilde Varietäten, die meisten davon nie klassifiziert. Man nennt sie Heirloom, Erbgut. Und man schmeckt sie: Kein anderes Land liefert Kaffees, die so nach Blüten und Tee schmecken.
Die Regionen
Yirgacheffe ist die berühmteste Herkunft: gewaschene Kaffees mit Bergamotte, Jasmin und Zitrone, leicht im Körper, klar wie ein Tee. Sidamo umgibt Yirgacheffe und ist etwas runder und süßer. Guji im Süden liefert seit einigen Jahren die spannendsten Naturals mit Blaubeere und Tropenfrucht. Im Westen liegen Jimma und Limu, wo der Kaffee würziger und schwerer wird, und ganz im Osten Harrar, dessen sonnengetrocknete Bohnen nach Wein und Schokolade schmecken.
Aufbereitung
Gewaschene Kaffees werden entpulpt, fermentiert und auf afrikanischen Hochbetten getrocknet. Sie sind sauber, zitrisch, blumig. Naturals trocknen mit der ganzen Frucht, drei bis vier Wochen lang, und nehmen dabei Beerenaromen und Weinigkeit auf. Beide Verfahren sind hier in Perfektion zu finden, oft von derselben Waschstation.
Ernte und Handel
Die Ernte läuft von Oktober bis Januar. Kleinbauern, im Schnitt mit weniger als einem Hektar, liefern Kirschen an Waschstationen, die den Kaffee sammeln und aufbereiten. Der Handel lief lange über die zentrale Rohstoffbörse in Addis Abeba, seit 2017 dürfen Waschstationen wieder direkt exportieren. Für Röster heißt das: Man weiß wieder, aus welchem Dorf der Kaffee kommt.
In der Tasse
Hell geröstet als Handfilter ist äthiopischer Kaffee ein Erlebnis für Menschen, die Tee mögen: leicht, floral, mit Säure, die eher an Zitrusschale als an Essig erinnert. Als Espresso wird er fruchtig und braucht Übung, weil die dichte Bohne bei zu kurzer Extraktion spitz wird. Dunkel geröstet verliert er, was ihn besonders macht.
Die Kaffeezeremonie
Kaffee ist hier Alltag, nicht Export. In der Zeremonie werden grüne Bohnen in der Pfanne geröstet, im Mörser gestampft und in der Tonkanne Jebena dreimal aufgegossen. Der erste Aufguss heißt Abol, der zweite Tona, der dritte Baraka, der Segen. Es dauert eine Stunde, und man geht nicht vorher.
Häufige Fragen
Wie schmeckt Kaffee aus Äthiopien?
Blumig, zitrisch und teeartig bei gewaschenen Kaffees, beerig und weinig bei Naturals. Leichter Körper, lebhafte Säure, viel Süße.
Was bedeutet Heirloom bei äthiopischem Kaffee?
Ein Sammelbegriff für die vielen wilden, nicht klassifizierten Arabica-Varietäten, die in den äthiopischen Wäldern wachsen.
Teilen



