Vietnam ist der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt und liefert 40 Prozent des Robusta. Das Zentrale Hochland, Dak Lak und Lam Dong im Porträt: Basaltboden, Bewässerung, Fine Robusta, Arabica aus Da Lat und die vietnamesische Kaffeekultur mit Phin und Kondensmilch.
Geschmacksprofil
Typische Noten
Dunkle SchokoladeGetreideNussRauchBraunzucker
Erntezeit
Vor 1990 spielte Vietnam auf dem Kaffeemarkt keine Rolle. Dann pflanzte das Land in einem Jahrzehnt Hunderttausende Hektar Robusta ins Zentrale Hochland, und heute stammt jede sechste Kaffeebohne der Welt von hier. Der Instantkaffee im Supermarktregal, die günstige Kapsel, die kräftige Röstung: Sehr oft ist Vietnam drin, ohne dass es draufsteht.
Das Zentrale Hochland
Die Provinzen Dak Lak, Gia Lai, Dak Nong und Lam Dong liegen auf einem Basaltplateau zwischen 500 und 1.000 Metern. Die Böden sind tief und fruchtbar, das Klima hat eine klare Trocken- und Regenzeit. Robusta braucht hier Bewässerung in der Trockenzeit, was zu Wasserknappheit führt. Die Farmen sind klein, ein bis zwei Hektar, und liefern Naturals, die auf Betonhöfen trocknen. Buon Ma Thuot in Dak Lak ist die Kaffeehauptstadt des Landes.
Fine Robusta
Lange ging es nur um Menge. Seit etwa 2015 wächst eine Bewegung, die Robusta wie Arabica behandelt: selektive Ernte reifer Kirschen, gewaschene und Honey-Aufbereitung, kontrollierte Trocknung. Das Ergebnis, Fine Robusta genannt, schmeckt nach dunkler Schokolade, Braunzucker und Nuss, ohne die Bitterkeit und den Gummigeschmack schlechter Robustas. Für Espresso mit Milch ist er eine ernsthafte Alternative.
Arabica aus Da Lat
Rund um Da Lat in Lam Dong, auf 1.500 Metern, wächst der beste Arabica des Landes: Catimor, zunehmend Bourbon und Typica. Die Kaffees sind mild und süß, mit Noten von Milchschokolade und Apfel, und erreichen inzwischen Spezialitätenniveau.
Die Kaffeekultur
Vietnam trinkt seinen Kaffee anders. Im Phin, einem kleinen Metallfilter, tropft dunkel gerösteter Robusta auf gesüßte Kondensmilch: Cà phê sữa đá, kalt mit Eis, ist das Nationalgetränk. In Hanoi gibt es Eierkaffee mit geschlagenem Eigelb, in Saigon Salzkaffee mit salziger Sahne. Alles kräftig, süß und auf Robusta gebaut.
In der Tasse
Klassischer vietnamesischer Robusta ist dunkel, schwer und bitter, mit Getreide und Rauch. Fine Robusta dagegen schokoladig und dicht mit einer sanften Süße. Beide ergeben eine stabile, dunkle Crema. Als Filterkaffee ist Robusta ungewohnt, als Espresso mit Milch und im Cold Brew funktioniert er sehr gut.
Häufige Fragen
Was ist Cà phê sữa đá?
Vietnamesischer Eiskaffee: dunkel gerösteter Robusta, im Phin-Filter auf gesüßte Kondensmilch getropft und auf Eis serviert.
Was ist Fine Robusta?
Robusta, der wie Spezialitätenarabica behandelt wird: reife Ernte, saubere Aufbereitung, sorgfältige Trocknung. Er schmeckt schokoladig und süß statt bitter.
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