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Anbaugebiet · Zentralamerika

Costa Rica

Tarrazú, West Valley, Central Valley·1.200 bis 1.900 m

Costa Rica hat Robusta gesetzlich verboten und die Micro-Mill-Bewegung erfunden. Tarrazú, West Valley und Central Valley im Porträt: Honey-Aufbereitung in allen Farben, Varietäten wie Villa Sarchí und ein Profil aus Honig, Pfirsich und Zitrus.

Geschmacksprofil

Säure4/5
Körper3/5
Süße5/5
Frucht4/5
Schokolade2/5

Typische Noten

HonigPfirsichMandarineRohrzuckerRote Johannisbeere

Erntezeit

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Costa Rica produziert wenig Kaffee, aber kaum ein Land hat den Spezialitätenmarkt so geprägt. 1989 verbot die Regierung den Anbau von Robusta per Gesetz, um den Ruf des Landes zu schützen. Und in den 2000er Jahren begannen Familien, ihre Ernte nicht mehr an die großen Mühlen zu liefern, sondern selbst aufzubereiten. Die Micro Mill war geboren, und mit ihr die Idee, dass eine Farm einen eigenen Geschmack haben kann.

Honey in allen Farben

Costa Rica hat die Honey-Aufbereitung zur Kunstform gemacht. Nach dem Entpulpen bleibt ein Teil des Fruchtfleischs, die Mucilage, an der Bohne und trocknet mit. Je mehr Mucilage und je langsamer die Trocknung, desto dunkler die Farbe und intensiver der Geschmack: White Honey ist fast wie gewaschen, Yellow Honey süß und klar, Red Honey fruchtig, Black Honey tief, weinig, fast wie ein Natural. Auf einer Micro Mill trocknet der Kaffee dafür auf Hochbetten unter Dächern, wo er mehrmals täglich gewendet wird.

Die Regionen

Tarrazú südlich der Hauptstadt ist die bekannteste Region: steile Hänge bis 1.900 Meter, klare Trockenzeit, Kaffees mit Zitrus, Honig und lebhafter Säure. Das West Valley um Naranjo und Grecia ist die Heimat der Micro-Mill-Bewegung und der Varietät Villa Sarchí. Das Central Valley ist das älteste Kaffeeland des Landes, mit Vulkanböden und ausgewogenen Kaffees. Dazu kommen Tres Ríos, Brunca, Orosi, Turrialba und Guanacaste.

Varietäten

Caturra und Catuaí dominieren, dazu die lokale Bourbon-Mutation Villa Sarchí. Für Auktionen wachsen Gesha, SL28 aus Kenia und immer öfter alte Typica-Linien.

In der Tasse

Costa Rica ist sauber, süß und hell. Gewaschene Tarrazús zeigen Mandarine und Rohrzucker, Honeys werden runder und pfirsichartig, Naturals tropisch. Als Filterkaffee sind sie ein Fest, als Espresso brauchen sie eine mittlere Röstung, damit die Säure nicht dominiert.

Preis und Ethik

Costa Rica hat die höchsten Lohnkosten Zentralamerikas, deshalb kostet der Kaffee mehr. Dafür ist die Rückverfolgbarkeit vorbildlich: Viele Micro Mills verkaufen direkt an Röster, und auf der Tüte stehen Farm, Lot und Varietät.

Häufige Fragen

Was ist eine Micro Mill?

Eine kleine Aufbereitungsanlage auf der Farm selbst. Die Familie entpulpt, fermentiert und trocknet ihren Kaffee eigenständig und verkauft ihn direkt an Röster.

Was bedeutet Honey bei Kaffee aus Costa Rica?

Eine Aufbereitung, bei der ein Teil des Fruchtfleischs beim Trocknen an der Bohne bleibt. Die Farbstufen White, Yellow, Red und Black beschreiben den Anteil und die Trocknungsdauer.