Arabica und Robusta im Vergleich: Koffein, Säure, Anbauhöhe, Ertrag, Geschmack und Preis. Warum Robusta nicht automatisch schlecht ist und was 100 Prozent Arabica auf der Packung wirklich bedeutet.
Kurz gesagt
- Arabica: 60 Prozent der Weltproduktion, feine Säure, halb so viel Koffein, empfindlich.
- Robusta: robust, doppelt so viel Koffein, erdig und kräftig, viel Crema, günstiger.
- 100 Prozent Arabica ist ein Herkunftsversprechen, kein Qualitätsversprechen.
Auf fast jeder Packung steht 100 Prozent Arabica, als wäre das ein Gütesiegel. Tatsächlich ist es nur eine botanische Angabe. Arabica und Robusta sind zwei Arten der Gattung Coffea, und in beiden gibt es großartige und schlechte Kaffees.
Die Pflanzen
Coffea arabica stammt aus den Hochländern Äthiopiens. Sie wächst am besten zwischen 800 und 2.200 Metern, bei 15 bis 24 Grad und mit Schatten. Sie ist selbstbestäubend, hat 44 Chromosomen und ist anfällig für Kaffeerost und Schädlinge. Ihre Bohnen sind länglich mit einem geschwungenen Schnitt.
Coffea canephora, bekannt als Robusta, kommt aus dem Tiefland Zentral- und Westafrikas. Sie wächst auch unter 800 Metern, verträgt Hitze und Krankheiten, braucht Fremdbestäubung und trägt mehr Früchte pro Baum. Ihre Bohnen sind kleiner, rundlicher und haben einen geraden Schnitt.
Im Geschmack
Arabica enthält fast doppelt so viel Zucker und deutlich mehr Öle als Robusta. Das ergibt Süße, komplexe Säure und die Aromen, die man mit Spezialitätenkaffee verbindet: Beeren, Zitrus, Blumen, Karamell. Robusta hat mehr Koffein und mehr Chlorogensäuren, die beim Rösten bitter werden. Er schmeckt erdig, holzig, kräftig, oft mit Noten von dunkler Schokolade oder Getreide. Sein Schaum ist dichter und dunkler, weshalb er in italienischen Espressomischungen traditionell für Crema und Kraft sorgt.
Warum Robusta billiger ist
Robusta liefert mehr Ertrag pro Hektar, wächst in Regionen mit niedrigeren Löhnen, kann maschinell geerntet werden und braucht weniger Pflege. Der Weltmarktpreis liegt deshalb meist deutlich unter dem von Arabica. Große Röster nutzen ihn für Instantkaffee, Mischungen und Kapseln, wo Kraft und Crema zählen.
Der Klimafaktor
Steigende Temperaturen verschieben die Anbauzonen von Arabica nach oben, und oben wird der Platz knapp. Robusta verträgt Wärme besser. Züchter arbeiten an Kreuzungen und an alten Arten wie Coffea stenophylla und Liberica, die Hitze aushalten und trotzdem fein schmecken. Es ist gut möglich, dass die Kaffeewelt in 30 Jahren weniger Arabica trinkt, als sie heute glaubt.
Was auf der Packung stehen sollte
- Art und Varietät: Arabica ist die Art, Bourbon, Typica, Gesha oder Caturra sind Varietäten davon.
- Herkunft: Land, Region, idealerweise Farm oder Kooperative.
- Aufbereitung: gewaschen, natural oder honey.
- Röstdatum: das wichtigste Datum auf der Tüte.
Häufige Fragen
Ist Robusta schlechter als Arabica?
Nein, nur anders. Robusta ist kräftiger, bitterer und koffeinreicher. Hochwertige Robustas sind rar, aber sie existieren, vor allem aus Indien und Uganda.
Welche Kaffeesorte hat mehr Koffein?
Robusta enthält mit 2,2 bis 2,7 Prozent etwa doppelt so viel Koffein wie Arabica mit 1,2 bis 1,5 Prozent.
Was bedeutet 100 Prozent Arabica?
Nur, dass keine Robusta-Bohnen enthalten sind. Über Herkunft, Frische und Röstqualität sagt das nichts.
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